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Esperanto

Esperanto lingvo

Zahl der Muttersprachler

Zwischen 100.000 und 2-3 Millionen (100.000 sprechen es fließend und 2-3 Millionen haben es gelernt)

Amtssprache in

Nur auf internationalen Esperanto-Kongressen und Treffen

Minderheits­sprache in

Esperanto-Sprecher gibt es in über 120 Ländern. Sie stellen nirgends eine offiziell anerkannte Minderheit dar.

Sprache in der Diaspora

Die Esperanto-Gemeinschaft ist mit einer Diaspora vergleichbar. Esperanto-Sprecher leben in aller Welt und besitzen ihre eigene Kultur, aber keinen rechtlichen Status.

Alphabet
28 Buchstaben
Grammatische Fälle
2
Sprachencode
eo, epo
Sprachtypologie
agglutinierend mit isolierenden Zügen, freie Wortstellung
Sprachfamilie
Neo-lateinische Sprache
Zahl der Dialekte
Keine Dialekte

Längstes Wort

Staatssteuerverwalter
ist das längste in einem Text gefundene Wort, aber es ist möglich, noch viel längere Wörter zu bilden, die die grammatischen Regeln des Esperanto befolgen, zum Beispiel: kontraŭkolektivismobatalantoj (“Antikollektivismuskämpfer”), gekontraŭdelikventismospecialiĝintoj....

Eigenartiges Wort oder eigenartiger Satz

Polyseme / mehrdeutige Wörter:
koleg-o: Kollege, kol-eg-o: langer Hals
bombon-o: Bonbon, bomb-ono: Teil einer Bombe
kultur-o: Kultur, kul-tur-o: Stechmückenturm, kult-ur-o: Auerochse eines Kultes
ĉarm-ul-in-o: charmantes Mädchen, ĉar-mul-ino: weibliches Maultier vor einem Karren

Einführung

Die Sprache wurde von Ludwig Lazar Zamenhof initiiert, der die Grammatik auf der Basis europäischer Sprachen mit einem Minimum an Ausnahmen erstellte. Der Wortschatz basiert hauptsächlich auf romanischen Sprachen, obwohl auch Wörter aus germanischen und anderen Sprachen vorkommen. Die neue Sprache, deren erstes Textbuch 1887 erschien, zog eine Gemeinschaft von Sprechern an und begann einen normalen Prozess der Sprachentwicklung innerhalb einer Gemeinschaft, die sie in vielen Umgebungen benützte und eine mit der Sprache verbundene Kultur schuf. Zwei Jahrzehnte später wurden die ersten Kinder geboren, die mit ihren Eltern Esperanto sprachen, die ersten Muttersprachler dieser Sprache. Man kann also sagen, dass es eine Sprache ist, die zur internationalen Kommunikation geschaffen wurde, die später kreolisiert wurde und heute die Sprache einer Diaspora von Esperantosprechern ist.

Esperanto wurde auf der Basis des Vokabulars der indo-europäischen Sprachen geschaffen, sollte aber leicht zu lernen sein. Aus diesem Grund ist seine Grammatik agglutinativ, eine charakteristische Eigenschaft der Turksprachen und der finno-ugrischen Sprachen, und die tiefere Ebene ist isolierend, wie in Mandarin-Chinesisch und Vietnamesisch. Das heißt, dass seine Morpheme als selbständige Wörter gebraucht werden können. Es hat eine vollständig regelmäßige Grammatik und erlaubt die Bildung einer großen Menge von Wörtern durch die Kombination von lexikalischen Wurzeln und ungefähr vierzig Affixen. (Zum Beispiel kann man aus der Wurzel san- (gesund) Wörter bilden wie malsana (“krank”), malsanulo (“kranke Person”), gemalsanuloj (“kranke Menschen beiderlei Geschlechts”), malsanulejo (“Krankenhaus”), sanigilo (“Heilmittel”), saniĝinto (“Person, die wieder gesund wurde”), sanigejo (“Kurort”), malsaneto (“Unpässlichkeit”), malsanego (“schwere Krankheit”), malsanegulo (“schwerkranke Person”), sanstato (“Gesundheitszustand”), sansento (“sich gesund fühlend”), sanlimo (“Grenze der Gesundheit”), malsankaŭzanto (“pathogen”), kontraŭmalsanterapio (“Heilverfahren”)…) Die hauptsächlichen Redebestandteile (Substantive, Verben, Adjektive und Adverbien) haben feste Endungen, die immer die Funktion im Satz anzeigen. Seine Regelmäßigkeit macht es besonders leicht erlernbar, und seine Fähigkeit, auf einfache und systematische Weise neue Wörter zu bilden, macht es zu einer der produktivsten Sprachen mit einer potenziell unbeschränkten Zahl von Wörtern. Es ist imstande, alle neuen Ideen oder Verhältnisse auszudrücken. Zum Beispiel ist es möglich, einen Roman zu schreiben über fiktionale tischförmige Marsbewohner und sie tablo (“Tisch”) zu nennen, tablino (“weiblicher Tisch”), tablido (“Tischkind”)… Wir können uns ein Gerät vorstellen, das das Sexleben vereinfacht, und nennen es sekssimpligilo ("Sex-Vereinfacher"), einen Mann, der rückwärts geht (inversmarŝanto, “Rückwärtsgeher”), ein Mittel gegen Dogmatismus (maldogmigilo, “Entdogmatisierer”) usw.

Geschichte

  • 1878

    Die erste primitive Version des Esperanto, die Zamenhof Lingwe Uniwersala nennt, wird fertiggestellt. Sie unterscheidet sich jedoch beträchtlich von dem modernen Esperanto.

  • 1887

    Mit der Hilfe seiner Ehefrau veröffentlicht Zamenhof das Unua Libro, das Buch, das das moderne Esperanto einführt.

  • 1889

    Die erste Esperanto-Zeitschrift, La Esperantisto, wird in Nürnberg veröffentlicht, und der erste Esperanto-Club wird gegründet.

  • 1905

    Der erste Universala Kongreso (Esperanto-Weltkongress) findet in Boulogne-sur-Mer statt, mit 688 Teilnehmern.
    Das Fundamento de Esperanto wird veröffentlicht.

  • 1908

    Universala Esperanto-Asocio (UEA), der Esperanto-Weltbund, wird gegründet.

  • 1954

    UNESCO nimmt beratende Beziehungen mit dem Esperanto-Weltbund auf. Erste UNESCO-Resolution.

  • 1985

    Zweite UNESCO-Resolution. UNESCO ermutigt die UN-Mitgliedsländer dazu, Esperanto in ihren Lehrplan aufzunehmen.

  • 1987

    6000 Esperanto-Sprecher nehmen am 72. Esperanto-Weltkongress in Warschau teil, um den 100. Jahrestag des Esperanto zu feiern.

  • 2002

    lernu! wird gestartet - die größte Website zum Esperanto-Lernen, gratis.

  • 2008

    Die Esperanto-Version von Wikipedia - der größten Online-Enzyklopädie - erreicht eine Anzahl von 100.000 Artikeln.

  • 2009

    Es ist möglich, internationale Esperanto-Prüfungen auf drei Niveaustufen abzulegen (B1, B2, C1) und in den 4 grundlegenden Fertigkeiten bewertet zu werden: Lese- und Hörverstehen, schriftliche und mündliche Verständigung, nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GeR oder GeRS).

  • 2012

    Google Translate nimmt Esperanto als seine 64. Sprache auf.

Schriftsystem und Aussprache

  • a
  • b
  • c
  • ĉ
  • d
  • e
  • f
  • g
  • ĝ
  • h
  • ĥ
  • i
  • j
  • ĵ
  • k
  • l
  • m
  • n
  • o
  • p
  • r
  • s
  • ŝ
  • t
  • u
  • ŭ
  • v
  • z

Esperanto wird so gelesen, wie es gesprochen wird. Jeder Buchstabe wird immer gleich ausgesprochen, derselbe Laut wird immer durch denselben Buchstaben ausgedrückt, und die Betonung liegt immer auf der vorletzten Silbe. Diphthonge wie aŭ, eŭ, oŭ oder aj zählen als eine Silbe.

Einige Sonderbuchstaben in Esperanto, mit deutscher Umschreibung: ĉ = tsch, ŝ = sch, ĝ = stimmhaftes dsch wie in Dschungel, ĥ (ch wie in ach), ĵ = stimmhaftes sch wie in Journal.

Grammatik

Alle Substantive enden auf -o: tabl-o (Tisch), lamp-o (Lampe), hom-o (Mann).

Alle Adjektive enden auf -a: bela (schön), granda (groß), malgranda (klein).

Alle Verben im Infinitiv enden auf -i: havi (haben), iri (gehen).

In der Gegenwartsform enden sie auf -as: mi manĝas (ich esse), li manĝas (er isst), ili estas (sie sind), mi estas (ich bin), ŝi estas (sie ist).

Die Vergangenheitsendung ist -is. Einige Beispiele: li lernis (er lernte), ili estis (sie waren), homo estis (ein Mann war), li manĝis (er aß).

Die Endung der Zukunftsform ist -os, wie z.B. in mi lernos (ich werde lernen), Marko sidos (Marko wird sich setzen).

Zusätzlich zum Nominativ gibt es auch eine Akkusativ-Endung, die für Nomen, Adjektive und Pronomen sowohl im Singular als auch im Plural verwendet wird: -n, z.B. Mi vidas aŭton. Aŭton mi vidas. (Ich sehe ein Auto).

Durch den Akkusativ ist die Wortstellung frei.

Der Plural von Nomen und Adjektiven wird durch die Endung -j gebildet, die nach der Endung -o oder -a hinzugefügt wird: libro (Buch), libroj (Bücher).

Es gibt ungefähr vierzig Präfixe und Suffixe, die helfen, neue Wörter zu bilden. Zu den häufigsten gehören die Vorsilbe mal-, die die Bedeutung eines Wortes in sein Gegenteil verkehrt. Auf diese Weise wird aus bona (gut) das Gegenteil malbona (schlecht), und aus bela (schön) wird malbela (hässlich).

Das Suffix -ul bedeutet 'Person', daher grandnazulo = Person mit großer Nase. Das Suffix -in bildet die weibliche Form, daher sind grandnazulinoj Frauen mit großen Nasen.

Singular Plural
Nominativ Akkusativ Nominativ Akkusativ
Artikel (ein / der/die/das) - / la - / la - / la - / la
Adjektiv (groß) granda grandan grandaj grandajn
Substantiv (Wolf) lupo lupon lupoj lupojn

Es gibt zwei Hauptportale, um die Sprache zu lernen. Eine allgemeine Site ist www.lernu.net, während www.edukado.net sich hauptsächlich an Lehrer richtet.

Wikipedia auf Esperanto: eo.wikipedia.org

Thematische Wörter

Lustige oder seltsame Sprichwörter und idiomatische Wendungen

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